Pressemitteilung 556/2020

 

Landrat und Landfrauen im Dialog

Corona, Mobilität und Breitband im Mittelpunkt der Stippvisite von Landrat Frank Scherer auf dem Kasperhof in Schuttertal

 

Offenburg, 15. Oktober 2020 – Es ist zu einer guten Tradition geworden: Einmal im Jahr treffen sich Landrat Frank Scherer und die Ortenauer Landfrauen, um sich über aktuelle Themen des Ländlichen Raums, der Landwirtschaft, der Ernährung und des Verbraucherschutzes auszutauschen. Auch beim diesjährigen Treffen auf dem Kasperhof im Schuttertal erhielten der Landrat sowie die Bezirksvorsitzenden der Ortenauer Landfrauen um die Südbadische Landfrauenpräsidentin, Rosa Karcher, facettenreiche Einblicke in die Struktur des landwirtschaftlichen Betriebs und diskutierten derzeitige Entwicklungen und Anliegen. Im Fokus dabei standen neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Erzeuger und Märkte auch die Mobilität auf dem Land und der Ausbau der Breitbandinfrastruktur.

 

So schilderten die Landfrauen die immensen Herausforderungen, denen sich die Höfe in Folge der Corona-Pandemie konfrontiert sehen, insbesondere der bürokratische Aufwand und die finanziellen Mehrkosten beim Einsatz von Erntehelfern und die zwischenzeitlichen gravierenden Umsatzrückgänge bei den Ferienwohnungen und in der Hofgastronomie. „Die Landwirtschaft gehört zu den prägenden Branchen in der Ortenau. Sie hat die Corona-Pandemie mit voller Wucht zu spüren bekommen“, so Landrat Frank Scherer. Der Ortenaukreis kenne die Sorgen der Hofinhaber und stehe diesen auch weiterhin mit vielfältigen Angeboten zur Seite. So habe man beispielsweise gleich zu Beginn der Krise eine Onlineplattform für Direktvermarkter und Gastronomiebetriebe ins Leben gerufen und eine landesweite Jobbörse für Erntehelfer unterstützt.

Einigkeit bestand darüber, dass die Corona-Pandemie einen Digitalisierungsschub ausgelöst hat. „Im September hat die vom Landkreis 2017 gegründete Breitband Ortenau mit dem Netzbetreiber Vodafone einen Vertrag abgeschlossen. Wir arbeiten mit voller Kraft am schnellen Internet für alle und werden die sogenannten weißen Flecken, also die mit Breitband unterversorgten Bereiche des Kreises, bis Ende 2025 ausgebaut haben“, bekräftigte der Landrat.

Auch was die Mobilität auf dem Land anbetrifft, stießen die Landfrauen auf offene Ohren. „Mir persönlich ist es ein wichtiges Anliegen, die Mobilität im Ländlichen Raum weiter voranzubringen“, erklärte Scherer. Der Landkreis investiere umfassend in die Verbesserung der ÖPNV-Angebote, in attraktive Preise wie zum Beispiel das Schülerticket ohne Zonenbegrenzung für 30 Euro oder auch in eine Mobilitäts-App für Jugendliche.

Angesprochen auf die Fahrplanänderungen, von denen besonders das Renchtal und der Bereich Sasbachwalden betroffen seien und durch die Anschlüsse verpasst werden und Schüler verspätet zum Unterricht kommen, wies Landrat Scherer darauf hin, dass dies zwar nicht im Zuständigkeitsbereich des Ortenaukreises liege, die Problematik allerdings bekannt sei. „Das Amt für Straßenverkehr und ÖPNV hat dieses Thema aufgegriffen und gemeinsam mit den betroffenen Kommunen und Verkehrsbetreibern Lösungen erarbeitet. Pünktlich zum Fahrplanwechsel im Dezember werden die Fahrpläne wieder aufeinander abgestimmt sein, sodass die Anschlüsse passen und die Schüler und Pendler wieder ihre gewohnten Verbindungen nutzen können“, versicherte der Landrat.

Bei einer Betriebsbesichtigung gab es zudem Wissenswertes zum Kasperhof, der von Brigitte und Martin Müllerleile in neunter Generation bewirtschaftet wird. Schwerpunkte des Betriebes sind neben 28 ha Waldflächen, 18 ha Grünlandflächen und 6 ha Ackerbau die Haltung von Mutterkühen, Jung- und Mastvieh sowie Mastschweinen. Da der Betriebsinhaber auch Metzgermeister ist, werden die Tiere stressfrei im eigenen EU-zertifizierten Schlachtraum geschlachtet. Hofbesitzerin Brigitte Müllerleile ist Betriebswirtin, Hauswirtschafterin und Kräuterpädagogin, was im breiten Angebot des Hofladens zur Geltung kommt.


Vereine in Zeiten des Corona-Virus

Gemäß "Verordnung der Landesregierung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus SARS-Cov-2 (Corona-Verordnung - CoronaVO)" vom 17.3.2020 sind unter anderem Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie die Wahrnehmung von Angeboten in Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich sowie Reisebusreisen untersagt.  Das betrifft alle Veranstaltungen der LandFrauenvereine und des Verbandes sowie seines angeschlossenen Bildungswerks. Sämtliche bis Ende April (vorbehaltlich auch bis Ende Mai) anstehenden Versammlung, Termine und Sitzungen der Vereine sowie Gremiensitzungen des Verbandes sowie Seminare und Kurse des Bildungs- und Sozialwerks des LandFrauenverbandes Südbaden e. V. abgesagt. Die angemeldeten Teilnehmerinnen wurden von uns informiert. 


Liebe LandFrauen,
eigentlich war alles ganz anders geplant. Noch vor wenigen Wochen sind wir mit unserem neuen Jahresthema 2020/2021 gestartet: „Vielfalt bereichert - Gemeinschaft bewegt“. Vier Worte, die nicht besser ausdrücken können, was uns LandFrauen ausmacht. Mit dem neuen Jahresthema waren schon etliche Veranstaltungen geplant und auch die Ortsvereine hatten wieder ein buntes und vielfältiges Bildungsprogramm zusammengestellt. Doch dann kam alles anders und schweren Herzens mussten wir ausgebuchte Seminare, Bildungsprogrammbesprechungen und wichtige Gremiensitzungen absagen. Auch als Bildungsträger macht uns das wirtschaftlich zu schaffen.


Mittlerweile ist Jede und Jeder von der Krise in irgendeiner Weise betroffen, sei es gesundheitlich, sozial, wirtschaftlich oder alles zusammen. Viele Menschen haben Zukunftsängste. Manche treibt die Sorge um, ob der Arbeitsplatz erhalten bleibt. Selbständige, Freiberufler und besonders Kleinunternehmer fragen sich, wie lange sie die Ausnahmesituation finanziell überstehen können. Nach der ersten Schockstarre gilt es jetzt aus der Situation neu zu agieren, trotz der schwierigen und ungewissen Zeit.
Wir erleben derzeit auch ungeahnte Entwicklungen. In Windeseile entstehen neue Online-Plattformen, um Produkte anzubieten. Unternehmen stellen im Eiltempo Fertigungen um und aus der Not heraus werden neue Ideen entwickelt, beispielsweise für medizinische Produkte, die gerade gebraucht werden. Auch das Krisenmanagement rund um das Gesundheitssystem läuft mittlerweile auf Hochtouren.
In dieser Ausnahmesituation ist jetzt besonders der gesellschaftliche Zusammenhalt gefragt. Und das ist die Stärke von uns LandFrauen. In der Gemeinschaft aktiv zusammenzustehen – jetzt erst recht: sich gegenseitig unterstützen und Solidarität und Verantwortung übernehmen. Und wer mit offenen Augen durchs Leben geht, der tut das auch jetzt. Dafür gibt es vielfältige Beispiele, wo LandFrauen im gesellschaftlichen Umfeld unterstützen, sei es beim Einkaufen für ältere Menschen, eine Kinderbetreuung für eine alleinerziehende Pflegerin oder gar Schutzmasken nähen. Von einigen Bäuerinnen weiß ich, dass sie Hilfsangebote aus der Bevölkerung erhalten und damit wohltuende Solidarität erfahren – auch wenn es teils nur ein Tropfen auf den heißen Stein bedeutet. Ein sehr wirkungsvoller Beitrag ist natürlich weiterhin daheim zu bleiben und damit die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Auch im Kleinen gibt es vielfältige Möglichkeiten zu unterstützen. Immer wieder wird darauf verwiesen soziale Kontakte zu vermeiden, doch das ist eigentlich nicht richtig, weil es lediglich darum geht, „körperliche Distanz“ zu wahren. Soziale Kontakte funktionieren auch weiterhin wunderbar über Telefon, E-Mail, per Post oder mit Distanz über den Gartenzaun.
Man hat das Gefühl, dass in der Krise die Menschen näher zusammenrücken, das macht Mut und gibt Hoffnung. Und mancher wünscht sich schon jetzt, dass das bleibt, wenn Corona irgendwann wieder vorbei ist. Insofern entwickeln sich aus Krisen auch neue Chancen. Selbstverständlich werden wir uns nach der ersten Krise weiterhin überall dafür einsetzten, wo dramatische wirtschaftliche Folgen nachwirken und uns für die Nöte und Sorgen unsere Mitglieder vehement einsetzen.
Bleiben Sie gesund!
Ihre
Rosa Karcher
Präsidentin des LandFrauenverbandes Südbaden


 

Großer LandFrauentag in Linx –  „Glücklichsein ist eine Wahl“

 

„Glücklich sein bedeutet nicht das Beste von allem zu haben, sondern das Beste aus allem zu machen“, betonte Ingrid Schwörer, Vorsitzende des Landfrauenbezirks Kehl, in ihrer Ansprache beim Großen Landfrauentag in der vollbesetzten Hans-Weber-Halle, Rheinau-Linx (Ortenaukreis). Sich eine kleine Auszeit zu nehmen, gehöre auch zum Glücklichsein, meinte sie. Überhaupt stand das Glück im Zentrum des Nachmittags, denn Referentin Silke Naun-Bates erzählte in ihrem Vortrag „Glücklichsein ist eine Wahl“ sehr humorvoll, aber auch sehr berührend aus ihrem Leben.

Doch zuerst ließ Ingrid Schwörer das vergangene Jahr in Bild und Wort Revue passieren. Sie erinnerte unter anderem an das 70jährige Jubiläum des Landfrauenverbandes Südbaden, an das Gespräch mit Dezernent Holger Schütz, die Oberrheinmesse und an den Volksantrag, der mit 90 000 Unterschriften an den Landtag übergeben werden soll. Sie lud ein zur Fahrt zum deutschen Landfrauentag am 1. und 2. Juli nach Essen  sowie zum internationalen Fachkongress am 14. Mai in Überlingen. Bürgermeister Michael Welsche lobte die Landfrauen als Impulsgeber des ländlichen Raumes. Als starke Gemeinschaft sieht Landtagsabgeordneter Willi Stächele die Frauen. Als neue Dezernentin für den ländlichen Raum stellte sich Diana Kohlmann vor, die auch weiterhin die gute Zusammenarbeit mit den Landfrauen fortführen möchte. Stefan Schrempp unterstrich als Geschäftsstellenleiter des BLHV Achern die enge Verbindung zu den Landfrauen, die sehr kreativ mit ihren Aktionen zum Volksantrag gewesen waren und damit ein sehr starkes Zeichen gesetzt hatten. Allein aus dem Bezirk Achern seien 18 000 Unterschriften gekommen. Artenschutz, Artenvielfalt und Nachhaltigkeit seien eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, unterstrich Rosa Karcher, Präsidentin des Landfrauenverbandes Südbaden. Viele politische Herausforderungen hätten die Landfrauen gemeistert und mit dem neuen Jahresmotto 2020/2021 „Vielfalt bereichert – Gemeinschaft bewegt“ werde das ausgedrückt, was die Landfrauen ausmache. Sie stellte noch kurz das neue Seminar „Mut zur Existenzgründung“ vor, bevor sie die Zertifikate zum Coaching „Mein Hof-/Dorfladen: einzigartig und erfolgreich“ an Birgit Burkart, Marianne Diebold, Birgit Müller, Hilde Schindler-Spraul und Susanne Vierthaler übergab. Silke Naun-Bates ist Autorin, Ehefrau und Mutter. An und für sich nichts Ungewöhnliches. Doch im Alter von acht Jahren geht sie mit ihrer Schwester und dem innig gewünschten Hund „Richie“ spazieren. An einem Bahnübergang reißt sich der Vierbeiner los. Sie rennt hinterher, rutscht auf den Bahnschienen aus und schlägt sich das Knie auf. Sie hört nur noch wie ihre Schwester ruft: „Silke pass‘ auf, der Zug!“, dann versinkt alles im Dunkel und sie wacht im Krankenhaus auf. Um ihr Leben zu retten, mussten die Ärzte ihr beide Beine abnehmen. Alle Prognosen der Ärzte führte sie ad absurdum: lebenslanger Pflegefall, keine Partnerschaft, keine Kinder, nur Bürojob. Heute ist sie zum zweiten Mal verheiratet, hat zwei Kinder und ist selbständig. Rutschhosen schenkten ihr Bewegungsfreiheit, Erlebnisse wie Paragliding und Monoski lernten sie, Hilfe anzunehmen und der Krebstod ihrer Schwester sowie der Tod einer Freundin  zwangen sie, sich mit ihrem Innersten auseinanderzusetzen. Auch den Zuhörern gab sie einiges von ihren Erfahrungen mit auf den Weg. Wichtig sei eine Situation voll und ganz anzunehmen, persönlich Verantwortung zu übernehmen. Welche Werte möchte ich leben? Was hat wirklich eine Bedeutung für mich? Für was stehe ich jeden Morgen auf? Vier Glücksschätze tragen sie. Das seien Dankbarkeit, Freude, Humor und Mut. „Nimm dich und das Leben wichtig, doch nimm beides nicht zu ernst“, betonte sie und ließ die Frauen das Lied „Wofür brennst du“ hören. Zum Schluss des Nachmittags brachte die Tanzgruppe „herzige Mädels“ Sonnenschein in die Halle mit ihren zwei Tänzen und begeisterten die Gäste. Dann galt es nur noch Dank zu sagen an alle Helferinnen und Helfer durch Annette Sänger, stellvertretende Bezirksvorsitzende, Ortsvorsitzende und Ortsvorsteherin von Linx


Bezirkslandfrauentag begeisterte mit toller Referentin

 

Kurzweilig und mit einer tollen Referentin begeisterte der Bezirkslandfrautentag Achern im Kurhaus „Alde Gott“ in Sasbachwalden. Bezirksvorsitzende Sigrid Schmelzle hielt, unterstützt von Bildern, Rückblick. Vor allem die Aktionstage „Landfrauen zeigen Flagge“ bestimmten das vergangene Jahr mit einer Fahrradtour zur Marktscheune Berghaupten und  den Beginn des Volksantrags auf dem Bienenbuckel in Oberachern. Aber auch Gespräche mit politischen Vertretern wurde immer wieder gesucht, um sich für den ländlichen Raum stark zu  machen. In diesem Jahr bietet der Bezirk eine Fahrt zum deutschen Landfrauentag am 1. und 2. Juli nach Essen an. Bürgermeisterin Sonja Schuchter schätzt sehr, was die Landfrauen für die Region machen und lobte ihr Engagement. Rosa Karcher, Präsidentin des Landfrauenverbandes Südbaden, ging auf das Jubiläum des Verbandes im vergangen Jahr ein und auf zahlreiche politische Herausforderungen auf politischer Ebene. Insgesamt  84 128 Unterschriften zum Volksantrag  wurden an Minister Peter Hauk übergeben. Ein historischer Tag für Baden-Württemberg, es war der erste Volksantrag, der im Land eingereicht wurde. Der Kreisverbandsvorsitzende des BLHVs Thomas Huschle skizzierte die Existenzsorgen vieler Landwirte  und  plädierte für ein klares Zeichen für die heimische Landwirtschaft. Luzia Bollack-Beuschlein, Leiterin des Ernährungszentrums Offenburg, gab einen Rück- und Ausblick auf die verschiedenen Aufgaben und Aktionen des Zentrums. Landtagsabgeordneter Willi Stächele dankte den Landfrauen dafür, dass sie Verantwortung tragen für den ländlichen Raum.  Humorvoll, aber doch berührend war der Vortrag von Heike Malisic aus Oberkirch-Bottenau zu dem Thema „Lebe leichter, lass los, was dich beschwert“.  Mit ihrem Redetalent, ihrer humorvollen Art, aber auch mit ihrer Offenheit riss sie die Besucherinnen mit und berührte mit Erzählungen aus ihrem Leben.  Es ging nicht um Diäten oder andere Arten des Abnehmens, wie der Titel vermutet ließ, sondern um das, was einen beschwert. Dazu gehören auch die Sorgen im Alltag, Erfahrungen aus Kindheit, Jugend und erwachsenem Leben oder Krankheiten. Alles hinterlässt Spuren, die das eigene Handeln beeinflussen und als kleine Päckchen in einem Rucksack mitgeschleppt werden. Aber was kann ich tun, um die Dinge, die mich beschweren loszulassen? Da gehe jeder anders damit um. Sie selbst, habe durch ihre Beziehung mit Gott, viele Schwierigkeiten und Hindernissen im Leben umschifft. „Einfach mal zur Ruhe kommen und reflektieren“, empfahl die Referentin. Ebenso helfe aktives Vergeben, nicht nur anderen, auch sich selbst. Einfach die Perspektive wechseln, helfe schon viel. Krankheiten und Kleinigkeiten loslassen, das erfahre sie immer wieder im Gebet. „Manchmal ist die Heilung oder Hoffnung nur ein Gebet weit entfernt, dabei verlierst du nichts, aber gewinnst sehr viel“, unterstrich sie. Inspirierend ging ihr für viele Frauen sehr wertvoller Vortrag zu Ende mit der Zusage Gottes: „So weit der Osten vom Westen entfernt, so weit ist die Schuld, die Gott vergibt“. Zum Schluss bedankte sich Christine Beuter, Vorsitzende der Landfrauen Sasbachwalden, bei den vielen Helfern und lud zum Themenfrühstück am 29. Februar in den Ratssaal im Rathaus Sasbachwalden ein.


LandFrauen des Bezirks Achern zeigen Flagge und setzen ein Zeichen für den Volksantrag „Gemeinsam unsere Umwelt schützen in Baden-Württemberg“

 

 
 

 

Arten- und Umweltschutz ist wichtig, das ist den LandFrauen des Bezirks Achern klar. Auch bei ihnen steht der Erhalt unserer Welt für die kommenden Generationen im ‚Fokus. Nicht vergessen sie dabei aber die regionale Landwirtschaft. Durch das Volksbegehren „Pro Biene“ und die sich daraus resultierende Kritik in vielen Verbänden, ist es gerade den LandFrauen ein Anliegen hier Alternativen aufzuzeigen, damit das Artensterben aufgehalten und die Biene gerettet werden kann, ohne dass die regionalen Landwirtschaftsbetriebe ihre Existenzgrundlage verlieren. Ist es denn klimaneutral, wenn Fleisch, Milch, Obst und Gemüse in Zukunft nicht mehr vom heimischen Bauernhof um die Ecke sondern aus Spanien, China oder Südamerika kommen? Haben die dortigen Lebensmittel den gleichen hohen Standard wie in Baden-Württemberg? Das sind nur einige Fragen, die sich die LandFrauen stellen und die Rosa Karcher, Präsidentin des LandFrauenverbandes Südbaden, aussprach auf dem Bienenbuckel in Oberachern. Dort trafen sich die Frauen aus Oberachern, Fautenbach, Lauf und Sasbachwalden um ein Zeichen zu setzen für den Volksantrag „Gemeinsam unsere Umwelt schützen in Baden-Württemberg“. Der Bienenbuckel ist symbolträchtig. Hier in den Reben sieht man über die Rheinebene bis hin in die Vogesen. Der Blick fällt dabei auf die vielen Streuobstwiesen. Ein herrlicher Anblick, vor allem jetzt im Herbst mit seinen bunten Farben. Viele erinnern sich an die Genüsse, die uns diese Landschaft beschert, die auf ein funktionierendes Ökosystem angewiesen ist. „Artenschutz ist nur mit der Landwirtschaft möglich“, betonte Rosa Karcher. Zusammen mit der Bezirksvorsitzenden Sigrid Schmelzle und Initiatorin Sabine Fuß wollte sie Flagge zeigen. Rosa Karcher erklärte den LandFrauen die Bedeutung des Volksantrags, seine Intentionen und wie man sich beteiligen kann. Der Volksantrag wurde gemeinsam von den Bauernverbänden Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV) und Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband (BLHV) zusammen mit dem Badischen Weinbauverband und dem Landesverband Erwerbsobstbau Baden-Württemberg (LVEO) initiiert und im Landtag eingereicht. Er enthält konkrete Vorschläge und Forderungen wie Stopp dem Flächenfrass, Stärkung der Regionalität, mehr vertraglicher Artenschutz, nachhaltiger Schutz von Streuobstwiesen, umweltschonender Pflanzenschutz sowie Schutz bäuerlicher Familienbetriebe. Mit einer Unterschrift wie bei vielen Unterschriftensammlungen ist es beim Volksantrag leider nicht getan. Es ist ein einseitiges Formular, das jeder Wahlberechtigte bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg unterzeichnen kann. Er muss deutsche Staatsbürger und mindestens 18 Jahre alt sein sowie seinen Erstwohnsitz in Baden-Württemberg haben. Alle Felder im Formular müssen persönlich ausgefüllt und unterschrieben werden. Das Formular kommt dann zum Rathaus der Wohngemeinde und wird dort geprüft. Da die Landfrauen den Antrag unterstützen, sammeln diese in ihren Vereinen die Formulare und bringen sie gemeinsam zum Rathaus. Am 17. Oktober hat die Unterschriftensammlung begonnen und dauert maximal ein Jahr. Rosa Karcher hofft, dass die nötigen 40 000 Unterschriften früher zusammenkommen und der Landtag sich damit beschäftigen muss, um daraufhin Strategien zum Erhalt der Artenvielfalt und der regionalen bäuerlichen Landwirtschaft entwickle. Sie unterstrich nochmals, dass der Volksantrag weit über das Eckpunktepapier der Landesregierung hinausgehe. Natur- und Artenschutz sei eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Weitere Informationen gibt es unter www.volksantrag-gemeinsam.de.

 


Heiß begehrt: Torten und Kuchen der Landfrauen aus dem Bezirk Achern

 Ein voller Erfolg war in diesem Jahre der Kaffee- und Kuchenverkauf bei der Oberrheinmesse für die LandFrauen des Bezirks Achern. Insgesamt 50 Torten und Kuchen hatten die Frauen aus den Ortsvereinen Fautenbach, Lauf, Oberachern, und Sasbachwalden gebacken. Die hausgemachten Spezialitäten kamen sehr gut an. „Ich komme nur wegen der Schwarzwälder Torte der Landfrauen“, erklärte ein Besucher den Frauen und genoss dann ein Stück mit viel Vergnügen. Viel Lob gab es von allen Seiten für die Köstlichkeiten. „Schwarzwälder“, „Käsekuchen“,  „Käse-Sahne-Torte“, „Heidelbeerkuchen“ und viele mehr waren heißbegehrt. Begeistert waren die Besucher auch vom neuen Stand, der nun viel mehr Platz zum Aussuchen der Kuchen, aber auch zum Sitzen und Genießen bot.


„LandFrauen zeigen Flagge“ mit einer Fahrradtour

 

 

 

Die LandFrauen aus dem Bezirk Achern zeigten Flagge im Rahmen der Aktionstage des Deutschen LandFrauenverbandes mit einer gemeinsamen Radtour. Die Fahrräder schmückten sie mit Fähnchen des Deutschen LandFrauenverbandes und sie hatten sogar eine größere Fahnen dabei, damit sie auf die LandFrauen und ihre Arbeit für den ländlichen Raum aufmerksam machten konnten. So waren sie auch gerüstet für Gespräche unterwegs. Die Frauen starteten bei optimalem Fahrradwetter, von Achern über Rheintal- und Kinzigtalradweg nach Berghaupten zur Marktscheune. Eine schöne, abwechslungsreiche und entspannte  Fahrt erlebten die Radlerinnen. Unterwegs gab es viele landwirtschaftliche Kulturen der Vorgebirgszonen  zu bewundern und vorherbstlicher Duft aus den Weinbergen, Streuobstwiesen und Grünland einzuatmen. In vollem Gange war schon die Apfelernte. Die Natur hautnah erleben und dabei mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, war ein tolles Erlebnis. Wunderschönes Blätterdach über einer Hohlgasse, tolle Aussichten  auf die Hornisgrinde, Straßburg und das Ortenberger Schloss entlang des Weges rundeten diese Tour perfekt ab. Pünktlich zur Mittagszeit waren alle Radlerinnen mit und ohne Motor in Berghaupten gemeinsam angekommen.  Dort folgte eine ausgiebige Mittagspause mit regionalen Genüssen. In der Marktscheune gab es ein spontanes Gespräch mit der Landtagsabgeordneten Marion Gentges, die zufällig in der Marktscheune war. Anschließend fuhren die LandFrauen wieder  gemütlich nach Achern zurück. Zum Abschluss  gab es noch ein Eis für jede. Die  Fahrstrecke betrug  rund 80 Kilometer. Alle genossen diesen erholsamen Tag, der sich wie ein Urlaubstag anfühlte.

 

Das Fahrradfieber schwappte über, so dass sich alle einig waren, für das  nächstes Jahr eine weitere Tour zu planen. Dank dem Organisationsteam, an der Spitze Constanze und Angelika Bruder sowie Sigrid Schmelzle und Marianne Ganter, war es eine sehr gut  vorbereitete  Fahrt, bei der nichts fehlte. Es hatte alles sehr gut geklappt und besonders das ortsübergreifende Angebot und die tolle Gemeinschaft wurden von allen teilnehmenden Frauen sehr gelobt.

 


Volles Haus beim Kinofilm der LandFrauen im Tivoli

 

 

 

Groß war der Ansturm beim Kinoevent der LandFrauen Bezirk Achern. Die LandFrauen des Bezirks Achern sind Kooperationspartner des Kommunalen Kino Achern. Damit möchten sie den Erhalt des Kinos in der Stadt maßgeblich unterstützen. Dazu gehört auch, dass die LandFrauen einmal im Jahr ein Kinoabend organisieren mit einem Film, der Frauen anspricht. Mit der französischen Tragikomödie  „Madame Aurora und der Duft von Frühling“ hatten die Frauen ins Schwarz getroffen. Der Kinosaal füllte sich schnell. Und die Frauen zeigten sich begeistert von dem Film um  Aurore (Agnès Jaoui), die trotz der Trennung von ihrem Mann, eigentlich bisher ganz glücklich war mit ihrem Leben und den beiden erwachsenen Töchtern Sarah (Sarah Suco) und Lucie (Lou Roy-Lecollinet). Doch dann wirbelt das Leben doch einiges durcheinander. Ihre älteste Tochter wird schwanger, sie kündigt ihren Job und die Wechseljahre setzen ihr gewaltig zu. Doch da trifft sie zufällig ihre große Jugendliebe Christophe (Thibault de Montalembert) wieder und beschließt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Es ist Zeit für einen Neustart! Dabei helfen Aurores Freundin Mano (Pascale Arbillot) und ihre beiden Töchter sehr.  Die Zuschauerinnen tauchten ein in eine Welt, die manche doch schon so ähnlich kannten oder die noch vor ihnen liegt. Sicherlich leben Frauen jenseits der 50 in Frankreich schon etwas anders als in Deutschland. Jedoch Wechseljahre, das Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden, zu alt für einen Job zu sein, in dem nur Jugendwahn herrscht, kennt frau auch hier. Aurora ist der Mittelpunkt des Filmes. Trotz dem vielen Witz und Humor, gibt es auch leise und berührende Momente, wie in der Alters-WG, in der Aurora anfängt zu arbeiten oder als ihr Enkelkind geboren wird. Frauen jeden Alters berühren sich, sind mit einander verwoben und so scheint es, dass es gar keinen Unterschied macht, ob du am Anfang oder Ende deines Lebens steht. Das Leben zu meistern, dazu gehört eine Portion Mut und Neugier sowie ein Gespür für die leisen Zwischentöne des Lebens. „Der Film war toll“, sagte Theresa, „aber eins ist sicher, in Frankreich möchte ich nicht alt werden.“  „Mir haben vor allem das Spiel der Hauptdarstellerin gefallen und die typischen Anzeichen der Wechseljahre“, so Susanne, „das ist genau wie bei mir.“  Auch Rita war einmal an einem Wendepunkt ihres Lebens: „Der Film macht Mut, weiterhin neues zu probieren und nicht in Depressionen zu versinken und  alle anderen für sein Unglück verantwortlich zu machen.“

 


Erfolgreicher Bezirks-LandFrauentag mit Schwester Teresa

 

Im Mittelpunkt des Bezirkslandfrauentags in der Neuwindeckhalle Lauf stand der humorvolle und sehr inspirierende Vortrag „Jeder ist normal, bis du ihn kennst - von der spirituellen Kraft Menschen zu (er)tragen ohne den Humor zu verlieren“ von Schwester Teresa sowie in Reden und Grußworten „100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland“. Bezirksvorsitzende Sigrid Schmelzle unterstrich, dass auch heute noch Frauen einiges erreichen müssten wie gleicher Lohn für gleiche Arbeit sowie das Bekämpfen von Frauen- und Menschenrechtsverletzungen. Sie gab einen Rück- und Ausblick auf die viele Aktionen und Seminare. Rosa Karcher, Präsidentin des Landfrauenverbandes Südbaden,  ermutigte die Frauen für die Kommunalwahl zu kandidieren, genauso wie Bürgermeister Oliver Rastetter. Er lobte die enormen Leistungen sowie das Engagement der Landfrauen. Luzia Bollack-Beuschlein, Leiterin des Ernährungszentrums Offenburg, gab einen Überblick auf die verschiedenen Aufgaben und Aktionen des Zentrums und lud zum Großen Landfrauentag am 6. März nach Appenweier ein. Stefan Schrempp, Geschäftsführer Bezirksgeschäftsstelle BLHV Achern, fragte nach, was unsere Nachfahren in 100 Jahren sehen werden. Kurz ging er noch auf das neue Verpackungsgesetz ein. Als „deutsche Antwort auf Sister Act“, wie sie eine deutsche Zeitung titulierte, war Schwester Teresa Zukic schon vor „Sister Act“ da. Sie riss die Besucher des Bezirkslandfrauentages durch ihr Redetalent, ihren Humor, ihre Offenheit und ihre Begeisterung mit. „Ich war mal Badische Meisterin im Fünfkampf“, erzählte sie augenzwinkernd und ergänzte schmunzelnd: „aber das sehen sie heute nicht mehr.“  Gelächter füllte die Halle und nicht zum letzten Mal an diesem Nachmittag. Sie erzählte anschaulich aus ihrem Leben und wie sie eine Nonne zum Anfassen wurde. „Dinge kann man umtauschen, Menschen nicht. Jeder Mensch ist einzigartig“, betonte die gebürtige Kroatin. Kränkungen habe auch sie am eigenen Leib erfahren, aber „ab heute kränkt mich keiner mehr“. Wie gehe ich mit einer Kränkung, einer Verletzung um?  Jeder entscheide selber, wie lange er sich verletzt fühle. „Ich ärgere mich! Stopp! Das ist es nicht wert!“ unterstrich Schwester Teresa. „Gehen sie hin, stellen sie denjenigen, der sie gekränkt hat, unter vier Augen zur Rede und versuchen sie sich mit ihm zu versöhnen“, empfahl sie ganz nach dem Motto der Bergpredigt. Vergebung sei wichtig. Negative Gedanken führten zu negativen Gedanken. Lachen sei daher die beste Waffe. Wer lacht, könne nicht gleichzeitig aggressiv sein. „Eine sanfte Stimme bricht dem Teufel den Hals“, erklärte sie. Lachen sei die beste Medizin und mit viel Humor können wir viele Situationen meistern, so ihr Rezept. Mit den Schlussworten „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machten“, bedankte sich Sabrina Steimel vom Vorstandsteam der Landfrauen Lauf bei den vielen Helfern und Besuchern.